In Deutschland leben mehrere hundert Wespenarten.
Im Alltag begegnet man meist nur wenigen davon – vor allem denen, die sich in der Nähe von Menschen aufhalten.
Dabei gilt:
Die meisten Wespenarten fallen kaum auf.
Sie leben zurückgezogen und haben wenig Kontakt zum Menschen.
Soziale und solitäre Wespen
Grundsätzlich lassen sich Wespen grob in zwei Gruppen einteilen:
- Soziale Wespen: leben in Staaten und bauen Nester
- Solitäre Wespen: leben einzeln und treten selten in Erscheinung
Die bekannten „klassischen“ Wespen – also die, die man im Sommer häufiger sieht – gehören zu den staatenbildenden Arten. Davon gibt es in Deutschland nur einen vergleichsweise kleinen Teil.
Die meisten Wespenarten leben allein und bleiben unauffällig.
Woran erkennt man Wespen?
Typisch sind:
- schwarz-gelbe Färbung (mit Varianten in Braun oder rötlichen Tönen)
- schlanker Körperbau
- deutliche Fühler
- fliegende Fortbewegung
Für Laien ist es oft nicht einfach, einzelne Arten genau zu unterscheiden – das ist auch nicht immer notwendig.
Die wichtigsten Wespenarten im Überblick
Im Alltag spielen vor allem vier Gruppen eine Rolle:
- Hornissen
- Langkopfwespen
- Kurzkopfwespen
- Feldwespen
Hornissen
Die Hornisse (Vespa crabro) ist die größte heimische Wespenart.
- Arbeiterinnen: ca. 2 cm
- Königin: bis zu 3,5 cm
Sie sind gut erkennbar durch:
- rötlich-braunen Brustbereich
- gelb-schwarz gestreiften Hinterleib
- gelben Kopf
Hornissen gelten oft als gefährlich, sind in der Praxis aber eher zurückhaltend.
Sie greifen in der Regel nur dann an, wenn sie sich gestört fühlen.
Ihre Nester stehen unter besonderem Schutz.
Langkopfwespen
Langkopfwespen (Gattung Dolichovespula) sind in Mitteleuropa weit verbreitet.
Typisch ist der etwas längere Kopfbereich.
Zu dieser Gruppe gehören unter anderem:
- Sächsische Wespe
- Waldwespe
- Norwegische Wespe
- Mittlere Wespe
Diese Arten bauen ihre Nester häufig:
- in Hohlräumen
- auf Dachböden
- in geschützten Bereichen
Auch hier gilt:
Die Tiere verhalten sich meist ruhig und reagieren nur bei Störung.
Kurzkopfwespen
Zu den Kurzkopfwespen (Gattung Vespula) gehören die bekanntesten Arten:
- Deutsche Wespe
- Gemeine Wespe
- Rote Wespe
Diese Wespen sind oft die, die man im Alltag wahrnimmt.
Sie nisten bevorzugt:
- im Boden
- in Hohlräumen
- in Gebäudestrukturen
Die Deutsche und die Gemeine Wespe treten häufiger in der Nähe von Menschen auf – insbesondere dort, wo Nahrung zu finden ist.
Feldwespen
Feldwespen (Gattung Polistes) sind schlanker gebaut und wirken insgesamt ruhiger.
Sie bauen offene, gut sichtbare Nester aus einer papierartigen Struktur.
Typische Orte:
- unter Dachziegeln
- an Schuppen
- an geschützten Außenbereichen
Feldwespen sind in der Regel wenig aufdringlich und bleiben meist im Hintergrund.
Fazit
Auch wenn Wespen oft als störend wahrgenommen werden, ist das Bild in Wirklichkeit deutlich differenzierter.
Nur wenige Arten treten im Alltag wirklich in Erscheinung.
Die meisten leben unauffällig und spielen eine wichtige Rolle im natürlichen Gleichgewicht.
Entscheidend ist am Ende weniger die Art – sondern die Frage,
wie nah sie am eigenen Alltag ist.